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Ich möchte mir gern Klarheit über den Ausdruck "Grund und Boden" verschaffen. Warum werden beide Begriffe in Texten über Grundeigentum und in vielen Redewendungen IMMER paarweise (mit der Konjunktion dazwischen) verwendet? Z.B.

"Eigentümer von Grund und Boden unterliegen dem Steuergesetz so-und-so"

"Geh runter von meinem Grund und Boden"

Würde da nicht einfach EIN EINZIGES Wort genügen, also, ENTWEDER Grund ODER Boden, da sie praktisch dasselbe bedeuten?

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  • 1
    Ich bin nicht ganz sicher, nach was du suchst. Hast du Deutsch als Fremdsprache gelernt und verstehst die Bedeutung von "Grund und Boden" nicht oder bist du etymologisch an diesem Ausdruck interessiert?
    – idmean
    Feb 2 at 19:30
  • Ich bin kein Deutschmuttersprachler, sondern Fremdsprachler, und für mich gibt es noch viel, viel zu lernen... :-) Daher meine o.g. Frage. Feb 2 at 20:08
  • Die Wikipedia auch sagt, dass "Grund und Boden" ein Beispiel für das Hendiadyoin sei. de.m.wikipedia.org/wiki/Hendiadyoin Feb 2 at 20:19
  • Vielen Dank, Satish Vasan! Feb 2 at 20:30
  • redensarten-index.de/…
    – Paul Frost
    May 18 at 16:13
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Man könnte denken das wäre eine Tautologie, aber "Grund und Boden" ist ein sehr alter juristischer Begriff und Rechtsprechung ist ein kompliziertes Ding:

Der Grund ist ganz einfach die Fläche, die ein Grundstück ausmacht ("10a Grund").

Unter "Grund und Boden" versteht die Rechtsprechung mehr: Nämlich alles, was darüber hinaus fest mit dem Grundstück verbunden ist - z.B. Bäume und Pflanzen, die auf dem Grundstück wachsen, Landwirtschaftliche Erträge und alle Immobilien, die draufstehen.

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  • Vielen Dank! Wie ich sehe, muß ich mein Verständnis beider Begriffe erweitern. Ich habe Boden und Grund einfach als dasselbe aufgefasst: Also, die bloße Fläche, auf der wir stehen können, wie die Komposita bzw. Ausdrücke zum Ausdruck bringen: Fußboden/am Boden zerstört/Dachboden Grundstück/Grundmauer/u. erweitert: et. begründen Aus der o.g. Antwort ersehe ich aber, Grund+Boden weit mehr ist als nur Boden oder nur Grund allein. Der Ausdruck veranschaulicht also einen viel größeren Umfang. Feb 2 at 20:22
  • Hast du dafür eine Quelle? :) bzw woher kommt "10a Grund". Den letzten Absatz kann man - zumindest für Dtld - aus § 94 BGB ableiten.
    – mtwde
    Feb 3 at 10:30
  • Ohne dem vertieft nachgehen zu können: Zum 'Boden' gehört (u.a.) die Zusammensetzung des Erdreichs (sandig, tonig), der Nährstoffgehalt und vieles weitere. Im Boden sind jedoch auch (abbaubare) 'Bodenschätze' wie Kies, Sand u.ä., die dem Bergrecht unterliegenden (Kohle, Erze, Gold...) gehören nicht dazu. Der Grund(stück)eigentümer besitzt damit nicht nur die Fläche (den Grund, wie er im Grundbuch eingetragen ist), sondern auch den auf der Fläche vorhandenen Boden, den er rein theoretisch verkaufen könnte (Mutterboden), was bei Neubauten auf 'grüner Wiese' auch geschieht. Feb 3 at 16:08
  • 1
    In der alten juristischen Sprache sind solche Doppelformen häufig: nach Jahr und Tag, sich um Kopf und Kragen reden, Haus und Hof verlieren, mit Kind und Kegel usw. Bei redensarten-index.de/suche.php findet man jeweils Erklärungen dazu. Für Grund und Boden sind dort etliche weitere Verwendungen beschrieben: sich in Grund und Boden schämen, die gegnerische Mannschaft in Grund und Boden spielen usw. Feb 3 at 17:26
-1

Der Ausdruck "Im Grund und Boden" relatiert an Beerdigung.

Grund ist tatsächlich nur die Oberfläche und dessen Nutzung, wogegen Boden die unterliegende Materie ist, mit eventuelle Bodenschätze und so mehr, aber ohne Bebauung und Bewachsung und alles was daran "Schraub- und Nagelfest" befestigt ist. Bäume gehören damit zu Grund und nicht zu Boden. Man kauft meistens der Grund und pachtet der Boden.

Damit ist "In Grund und Boden" also nicht nur unter der Oberfläche, sondern auch tief in der Erdmasse herein. Bewässerung liegt in der Grund. Ein Quelle schlägt man im Boden. Beerdigt wird man dagegen sowohl im Grund als im Boden. Beide Stellen liegen unter der Oberfläche.

"Im Grund und Boden" bedeutet somit soviel wie "im Grab".

Sich "Im Grund und Boden" schämen bedeutet somit etwas ähnliches wie sich zu Tode schämen.

"Geh runter von meinem Grund und Boden" Dagegen ist somit dicke fette Unsinn, denn man kann sich zwar auf jemands Grund(stück) befinden, aber nicht auf sein Boden und von da aus runter gehen, wo soll das hin?.

(Somebody please edit this to something resembling German?)

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  • 2
    Der Bezug zur Beerdigung ist komplett aus der Luft gegriffen und hat nichts mit der Frage zu tun, und die Unterscheidungen zwischen Grund und Boden sind für mich auch nicht nachvollziehbar (Quelle?). "Geh runter von meinem Grund und Boden" ist eine übliche Formulierung. Deshalb erstmal -1.
    – HalvarF
    May 15 at 16:35
  • @HalvarF Entschuldigung, I hope you read English. The answer means to address the "Grund und Boden" subject in both its legal meaning as well as the expression. A farmer for example, is allowed to grow crop on fields of which he only owns the "Grund" rights. To strike a well however, he needs permission of the owner of the "Boden". The expression "Geh runter von meinem Grund und Boden" may very well be common, but it simply isn't physically possible to be on someones "Boden". Unless "Boden" here means something other than its legal form, like in "Fußboden" it doesn't make sense.
    – Berend
    May 15 at 16:48
  • 1
    I'm not a legal expert, but I have never heard of the differentiation between Grund and Boden that you suggest here, and a short Google search also doesn't turn out anything like that for me. Where did you learn this? Any sources?
    – HalvarF
    May 15 at 17:00
  • @HalvarF The origin of using the words "Grund" and "Boden" in one expression comes from their legal meaning. From there it wandered out into the realm of people who do not necessarily understand why there is a legal difference. This leads to expressions that, though commonly used, do not make sense or are just downright wrong. "Sich im Grund und Boden schämen" does, "Geh runter von meinem Grund und Boden" does not. I am a licensed farmer and it was part of my education to learn relevant laws.
    – Berend
    May 15 at 17:05
  • 1
    It is an explanation concerning the history of the phrase. If you do not find it useful, just ignore it.
    – Paul Frost
    May 18 at 22:19

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