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Ich tue mich schwer, die "sätzliche" Bedeutung des 'Heil's im Ausruf "Heil Hitler" zu verstehen. Welchen Sinn bzw. Satzbau ergeben die zwei Substantive, die zusammengefügt werden? Ist dieser Ausruf überhaupt grammatisch?

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Die Formel ist grammatisch und bedeutet soviel wie "dem Hitler das Heil", also etwa "Hitler werde Heil zuteil" oder "Hitler bekomme das Heil".

Heil ist hier ein Nomen, neutrum (und nicht etwa der Imperativ Singular des Verbes heilen). Es bedeutet soviel wie "Wohlergehen, Glück", aber auch "Erlösung" in einem eschatologischen Sinne, also in etwa so viel wie "Segen". Letztere Bedeutung ist heute noch im Wort Seelenheil enthalten. Ein weiteres Beispiel für diese Verwendung des Wortes ist der Text Es ist das Heil uns kommen her von Martin Luther. In meinen Augen wird Hitler damit in die Nähe messianischer Vorstellungen gerückt.

Heil wurde auch vorher schon in Grußformeln verwendet, etwa wenn man Angler*innen Petri Heil wünscht, also "das Heil des Petrus", oder "den Segen des Petrus".

Hitler steht hier im Dativ.

HalvarF hat bereits die Kaiserhymne zitiert, die wie folgt beginnt:

Heil dir im Siegerkranz,
Herrscher des Vaterlands!

Hier wird der Kaiser, angesprochen als der Herrscher des Vaterlands, direkt addressiert und ihm wird Heil im Siegerkranz gewünscht.

Ganz analog ist auch Heil Hitler zu verstehen. Die Konstruktion ist auch analog zu Hail Thee im Englischen. Näheres zu den Ursprüngen, die auch bei Wagner gesehen werden, weiß der Wikipedia-Artikel zum Hitlergruß.

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  • Und wie kann man den Ausruf "Sieg Heil" verstehen? Man kann ja nicht sagen, dass das sowiel wie "Dem Sieg das Heil" bedeutet. – sermonion x Feb 8 at 11:59
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    @sermonionx Das ist dann eine neue Frage :) Ich denke, dass Sieg Heil soviel wie "Sieg und Heil" bedeutet. Das ist aber umstritten. Siehe de.wikipedia.org/wiki/Hitlergru%C3%9F – jonathan.scholbach Feb 8 at 12:11
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    Vielleicht eine Analogiebildung zu den Turnern und Bergsteigern. – phipsgabler Feb 8 at 13:29
  • Die Formel ist grammatisch und bedeutet soviel wie "dem Hitler das Heil": Ich würde sagen, sie bedeutet exakt das, da der Artikel nur fehlt, weil es ein Name ist. Vgl. Heil dem Führer. – amadeusamadeus Feb 9 at 7:38
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    @userunknown Es ist wohl daran angelehnt, die Bedeutung ist ähnlich, grammatisch aber ist Ave Caesar von anderer Struktur: Ave ist ein Imperativ, Heil ist hier gerade kein Imperativ. – jonathan.scholbach Feb 9 at 17:04
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Text der preußischen Nationalhymne bis 1871 und der Kaiserhymne danach:

Heil dir im Siegerkranz,
Herrscher des Vaterlands!
Heil, Kaiser, dir!
Fühl in des Thrones Glanz
die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volks zu sein!
Heil, Kaiser, dir!

Ich sehe es auch so, dass Heil Hitler so kein grammatisches Deutsch ist, aber gemeint war es sicherlich in der Tradition solcher Ansprachen des Herrschers wie in dieser Hymne, was für Zeitgenossen vermutlich keiner Erklärung bedurfte.

Heil dir oder Heil, Kaiser, Dir drückt einen Wunsch aus, ähnlich wie Gesundheit!. Man wünscht dem Adressaten Heil (Gesundheit, Erfolg, Wohlergehen, im christlichen Sinne Erlösung): https://de.wikipedia.org/wiki/Heil

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  • Ist "Heil" da ein Substantiv oder ein Verb? – sermonion x Feb 8 at 11:31
  • @sermonion x: ich habe einen Absatz dazu angehängt,, ich hoffe, so ist es verständlich. – HalvarF Feb 8 at 12:18
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    Ich verstehe noch nicht ganz warum du meinst, Heil Hitler sei ungrammatisch? Meinst du, auch Heil, Kaiser, dir ist ungrammatisch? Oder denkst du, letzteres sei grammatisch, ersteres aber nicht? Falls so, wo ist der Unterschied zwischen beiden? – jonathan.scholbach Feb 8 at 22:20
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    @jonathan.scholbach: "Heil, Kaiser, Dir" ist auf jeden Fall normale deutsche Grammatik, aber das ist ja auch eine direkte Ansprache. Die übliche direkte Ansprache von Hitler war "Heil mein Führer" (ohne "dir" oder Dativ!). "Heil Hitler" habe ich wie "Sieg Heil" immer als zackige Verkürzung aufgefasst, deren genauer Sinn als Begrüßung etwas unklar bleibt (also wem eigentlich Heil gewünscht wird, dem Adressaten oder Hitler). Man kann "Hitler" grammatisch sicherlich auch als Dativ auffassen, ähnlich wie in "Ich habe Müller die Dokumente gefaxt." – HalvarF Feb 9 at 11:21
  • Ob das so gemeint war oder eine nachträgliche Interpretation ist, wage ich nicht zu beurteilen. Traditionell besteht eine Begrüßung ja eher darin, dass ich dem Adressaten etwas Gutes wünsche ("Guten Tag", "Grüß (dich) Gott")..Aber, klar, es gab auch schon vorher sowas wie "Gelobt sei Jesus Christus" als Gruß. – HalvarF Feb 9 at 11:22

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