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In den letzten 10 oder 20 Jahren scheint das aus dem Englischen übernommene Wort Feedback das deutsche Wort Rückmeldung immer mehr zu ersetzen. Zum Beispiel in dem Sinne, dass ein Lehrer ein Feedback von seinen Schülern über seinen Unterricht erhält (statt eine Rückmeldung).

Meine Frage ist nun, was die Bedeutungsunterschiede dieser Worte im Detail sind, oder ob sie letztlich als vollkommen synonym angesehen werden können.

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    Ich bin mir ziemlich sicher, dass Feedback im deutschen Sprachgebrauch als optional und freiwillig aufgefasst wird. Rückmeldung ist wesentlich verpflichtender.
    – tofro
    Feb 9 at 22:56
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    Verwandte Frage: german.stackexchange.com/q/59284/25241 Feb 10 at 7:40
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    @tofro: Sehe ich nicht so. Das ist schlichtweg dasselbe. Feb 10 at 7:46
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Das Wort »Feedback« hat technische Bedeutungen, die dem Wort »Rückmeldung« nicht so stark anhaften bzw. ganz fehlen und besser mit dem Wort »Rückkopplung« wiedergegeben werden:

  • Wenn ein Mikrofon sein Signal an einen Verstärker schickt, der es weiter an einen Lautsprecher sendet, und wenn das Mikrofon die Töne Geräusche aufnimmt, die aus dem Lautsprecher kommen, entsteht ein lauter pfeifender Ton. Dieses Phänomen nennt man »Feedback« oder »Rückkopplung«.

  • Ganz allgemein: Immer wenn ein System seinen eigenen Output wieder als Input vorgesetzt bekommt, nennt man das Feedback. Das kann verstärkend und manchmal sogar zerstörerisch wirken (Resonanzkatastrophe) oder es kann stabilisierend sein (alle Regelungssysteme arbeiten so).

  • Wenn ein Computerprogramm signalisiert, dass es Eingaben auf eine bestimmte Weise verarbeitet hat, nennt man das auch »Feedback«. (z.B. Texte, die als Reaktion von Eingaben ausgegeben werden, Farbänderungen, Töne, usw.)


Anders sieht die Sache aus, wenn eine Person etwas zu einer anderen Person oder zu einer Gruppe von Menschen sagt, oder etwas vorführt, und später dann wissen will, wie seine/ihre Ansprache, Vorführung usw. bei der Zielgruppe angekommen ist. In diesem Fall sind die Wörter »Feedback« und »Rückmeldung« bedeutungsgleiche Synonyme.

Das Wort »Feedback« wird aber deswegen häufiger verwendet, weil im Wort »Meldung« und seinen Zusammensetzungen ein militärischer Unterton mitklingt. Soldaten müssen ihren Vorgesetzten gegenüber Meldung machen. Diese Verpflichtung klingt im Wort »Feedback« nicht mit. (Was aber nichts daran ändert, dass eine »Rückmeldung« genauso freiwillig ist wie ein »Feedback«.)

Etwas sehr ähnliches ist eine »Evaluierung«, die aber ausdrücklich verpflichtend ist. Dort wo ich unterrichte (FH St. Pölten) sind die Studierenden am Ende jeder Lehrveranstaltung verpflichtet, die Lehrbeauftragten anonym zu beurteilen. (Dazu gibt es ein eigenes Online-Tool, das die Anonymität sicherstellt.) Weil aufgrund der Anonymität nicht feststellbar ist, wer sich vor dieser Pflicht gedrückt hat, macht das nur ungefähr die Hälfte der Studierenden. Aber nichtsdestotrotz ist das eine Pflicht, die den Studierenden auferlegt ist. Hingegen ist ein Feedback (bzw. eine Rückmeldung) die freiwillige und meist nicht-anonyme Antwort auf die Frage des Vortragenden »Wie hat Ihnen der Unterricht gefallen?«

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  • Beim Studium ist die Rückmeldung am Semesterbeginn nicht besonders freiwillig. Feedback dagegen schon.
    – tofro
    Feb 10 at 11:09
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    @tofro, Ok, aber die "Rückmeldung" beim Semesterbeginn ist ein anderer Kontext als die "Rückmeldung" über die Arbeit, Leistung oder das Verhalten einer Person.
    – Julia
    Feb 10 at 11:57
  • 1
    Danke für die gute und ausführliche Antwort. Das mit dem militärischen Unterton scheint mir heutzutage aber von den Leuten erheblich weniger wahrgenommen zu werden, als früher, z.B. da es keine Wehrpflicht mehr gibt und die Leute gefühlt ohnehin weniger mit Militär zu tun haben.
    – Julia
    Feb 10 at 11:59
  • 2
    Zur Frage, warum "Feedback" häufiger verwendet wird, vermute ich, dass viele Leute einfach damit einfach besonders modern oder wichtig klingen wollen.
    – Julia
    Feb 10 at 12:01
  • @julia Alleine die Tatsache, dass sich in meinem Beispiel Rückmeldung nicht durch Feedback ersetzen lässt, beweist ja die Bedeutungsungleichheit.
    – tofro
    Feb 10 at 12:32
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Beide Wörter sind in der hier gemeinten Bedeutung synonym.

Feedback

  1. Steuerung eines technischen Systems durch Rückmeldung.
  2. Rückmeldung

Rückmeldung

  1. das (Sich-)Zurückmelden
  2. Feedback

Rückmeldung findet im Deutschen etwa zeitgleich mit Feedback größere Verbreitung und ist in der synonymen Bedeutung möglicherweise eine Lehnübersetzung des Fremdworts.

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    Technisch wird eigentlich eher Rückkopplung statt Rückmeldung verwendet. Feedback im Deutschen fast gar nicht.
    – tofro
    Feb 10 at 7:58
  • 1
    Ein Diagramm ohne vernünftige Achsenbeschriftung ist Wertlos. Wichtiger noch, bei Google Ngram wird völlig außer Acht gelassen, dass Feedback auch ein weitverbreiteter technischer Begriff ist (Systemtheorie, Kybernetik, Informatik etc.), der als solcher in zahlreichen Fach- und Sachbüchern zu finden ist. Kurzum, Google Ngram ist kein geeignetes Werkzeug, um irgendetwas über die Verbreitung der Lexeme auszusagen. Darüber hinaus gab es Rückmeldung schon vor Feedback, es ist also keine Lehnübersetzung. Siehe etwa german.stackexchange.com/a/59285/25241. Feb 10 at 8:06
  • @Björก้้้้้้้้้้้้้้Friedrich Ein bereits existierendes Wort kann in einer neuen Bedeutung als Lehnübersetzung eines fremdsprachlichen Begriffs verwendet werden. Deshalb habe ich auch geschrieben: "... in der synonymen Bedeutung ...". –– Wenn die Kurve der Verwendungshäufigkeit zweier Wörter, wie hier, einen parallelen Verlauf nimmt, kann man daraus schon ablesen, dass beide Begriffe in ihrer Verwendung zusammenhängen.
    – user47230
    Feb 10 at 8:57
  • @user47230 - Sehr interessante Beobachtung und Hypothese; ich würde das nicht unbesehen unterschreiben, aber da kann gut 'was dran sein'. Feb 12 at 11:06
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Ein Aspekt, der bei Hubert anklingt, aber meiner Meinung nach eine Hervorhebung verdient, ist, dass Rückmeldung eine verbale Komponente suggeriert oder doch zumindest eine nennenswerte Substanz.

Für den Piepser beim Strichcodeleser der Supermarktkasse passt das schlecht, ebenso bei Tastaturen, wo das fühlbare Auslösen des Tastenkontakts vor einiger Zeit noch extra mit taktilem Feedback beworben wurde.

Inzwischen werden von sehr vielen Geräten mehr Reaktionstypen angeboten, wie

  • das kurzzeitige Invertieren einer Schaltfläche oder des ganzen Bildschirms, seit den Anfangsgründen der Rechnertechnik auch als visual bell bezeichnet
  • das Vibrieren der virtuellen Taste auf dem Mobiltelefon
  • das Aufblitzen einer Leuchtdiode beim Kartenleser, vielleicht mit einen Piepsen kombinert

Dafür erschient Rückmeldung als zu gewichtig. Da es in allen Fällen genau darum geht, dem Benutzer zu signalisieren, dass seine Eingabe akzeptiert wurde, ist der Begriff Feedback naheliegend, weil das an den auslösenden Bediener zurück geht.

Die Verwendung von Feedback für substantielle und verbale Rückmeldungen, wie bei der angesprochenen Lehrkraft, kann wahlweise als Modeerscheinung oder Internationalisierung des Ausdrucks verstanden werden.

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  • Ich sehe keinen Grund, den Piepser eines Strichcodelesers nicht Rückmeldung zu nennen und würde auch sagen, dass das eine nennenswerte Substanz ist, sonst würde man es ja nicht machen. Es ist ja kein unbeabsichtigter Nebeneffekt wie etwa das Quietschen einer Bremse. Feb 10 at 23:34

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