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In „Meister Preference“, ein Heft von der Wiener Spielkartenfabrik Ferdinand Piatnik & Söhne, copyright 1971, steht:

Für Preference werden eigene Karten verwendet, nämlich französische Karten ohne Gustierzeichen.

Dann steht:

Bei Preference stehen die vier Farben in einer bestimmten Reihenfolge, un zwar von oben nach unten: Herz ♥, Karo ♦, Pik ♠, Treff (Kreuz) ♣.

Aus dem Kontext verstehe ich hier daß „Farbe“ und „Gustierzeichen“ nicht den selben begriff sind.

Doch wenn man die Regeln von Schnapsen liest (auch von Piatnik herausgegeben), steht:

Es gibt vier Gustierzeichen bzw. „Farben“ (die 4 Symbole auf den Karten).

Ist „Gustierzeichen“ ein Synonym für „Farben“ oder nicht? Was soll „Gustierzeichen“ wirklich bedeuten? Ist daß dasselbe wie „Farbe“ ("suit" auf Englisch?) oder sind da die Buchstaben/Nummern in der Ecke von Spielkarten gemeint? (Sehe bild.)

Gustierzeichen?

...und daher haben „französische Karten“ keine „Gustierzeichen“?

Französisches Blatt

Oder sind beide Begriffe möglich? Meine Muttersprache ist Englisch. Wenn man „Gustierzeichen“ nachschaut findet man nur "approval mark" oder "taste mark" als übersetzung, und beim „Fach“ von Kartenspielen sind diese Übersetzungen sinnlos.

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  • Wie kommst du zu dem Schluss, dass Farbzeichen und Gustierzeichen nicht dasselbe sind? Ich kann das nicht aus den zitierten Sätzen schließen.
    – user47230
    Feb 10 at 10:35
  • @fluctuatingpsychosis Der Ursprung meines Zweifels kommt vom diesem Satz: Es gibt vier Gustierzeichen bzw. „Farben“. Das ist angeblich ein Äquivalenz, oder?
    – trw
    Feb 10 at 16:38
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Gustierzeichen sind die auf die Ecken der Karten hinausgezogenen Mini-Symbole, die einem auf der Hand schnell zeigen, welche Karten man hält. Sehr alte (oder altertümliche) Spielkarten haben diese Gustierzeichen nicht.

In deinen zwei Bildbeispielen gibt es zwei verschiedene Gustierzeichen-Arten:

  • das obere Bild trägt sowohl die Farbe (Herz, Pik, Kreuz, Karo) als auch den Kartenwert (7, 8, 9, 10, ...) . Davon gibt es natürlich viel mehr verschiedene als Farben

  • das untere Beispiel hat nur bei den Assen Gustierzeichen.

Daneben kann man sich natürlich alle Kombinationen von Farbe und Wert vorstellen, die in Gustierzeichen vorkommen können. Üblich sind bei modernen deutschen Kartenspielen Gustierzeichen, die sowohl Farbe als auch Wert zeigen (wie in deinem ersten Beispiel).

Woher der Begriff kommt, darauf gibt der Grimm Auskunft:

GUSTIEREN, vb., kosten, an etwas geschmack finden, s. Staub-Tobler 2, 493; ausdruck beim hazard-kartenspiel, bedeutet: die karten mit der rückseite gegeneinander legen und langsam abziehen, so dasz eine zahl nach der anderen zum vorschein kommt und erst schlieszlich die ganze karte erkennbar ist Hügel Wien. 74: ihr langsames forschendes aufnehmen der karten (gustieren), indes ungeübte spieler ungeduldig und rasch zugreifen Grillparzer 12, 191 Sauer.

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  • Dann fragt man sich nur noch, ob die Abwesenheit solcher Gustierzeichen irgendeinen Vorteil haben kann; schließlich deutet der zitierte Text an, dass diese für das Spiel entweder wichtig oder zumindest ein Qualitätsmerkmal für die Karten zu sein scheint. Feb 10 at 8:49
  • 1
    @fluctuatingpsychosis: Der OP zitiert in der Frage: "Für Preference werden eigene Karten verwendet, nämlich französische Karten ohne Gustierzeichen." Offenbar waren dem Hersteller des Spiels bzw. dem Autor der Anleitung zum Zeitpunkt der Produktion Gustierzeichen also durchaus bekannt, man entschied sich aber bewusst dagegen, sie auf die Karten aufzudrucken. Im Klartext: Entgegen anderen zu jener Zeit bereits erhältlichen Karten wurden die Gustierzeichen für das genannte Spiel also in der Tat absichtlich weggelassen, was mE schon das Nachdenken über mögliche Vorteile berechtigt. Feb 10 at 10:44
  • 1
    @fluctuatingpsychosis: Schon in meinem allerersten Kommentar erwähnte ich, dass das Weglassen des Gustierzeichens "ein Qualitätsmerkmal für die Karten" darstellen könnte. Deiner Einschätzung nach geht es dabei also rein um die Nostalgie; das Spiel würde mit Gustierzeichen genauso funktionieren. Das wird durch die zitierte Aussage nicht unbedingt nahegelegt, ist aber auch nicht ausgeschlossen. Antworte so was doch gleich :) Feb 10 at 11:07
  • 1
    @O.R.Mapper Was du zu ignorieren scheinst, ist dass gerade Kartenspiele einer extremen regionalen Tradition unterliegen (die Alemannen spielen Jass, die Österreicher Watten, die Norddeutschen Skat, die Schwaben Binokel, die Bayern Doppelkopf, die Franzosen Rommé und die Briten Bridge - alle mit bis heute ganz unterschiedlichen Karten)
    – tofro
    Feb 10 at 12:39
  • 1
    @O.R.Mapper Ich hab' noch nie Binokel oder Schafskopf mit "denselben" Karten wie Rommé gespielt gesehen. Tut mir leid, aber das ist ganz einfach nicht wahr.
    – tofro
    Feb 10 at 14:37

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