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Gibt es dazu eine gesicherte Etymologie?

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5 Answers 5

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Wahrscheinlich entstammt "abnibbeln" wie so manche umganggsprachliche Wörter aus dem Rotwelsch. Hierzu folgende Referenzen:


Denkbar ist auch die Herkunft von dem veralteten Verb nibeln für neblig werden. Hier gäbe es eine Bedeutungsanalogie zu erbleichen, verbleichen, verscheiden, die seltene Synonyme für sterben sind. Eine Referenz dafür habe ich aber aber nicht.

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  • So ähnlich sterben zu erstarren, zw. en. starve; darben vielleicht zu dürre; Skelett zu Gr. σκέλλεσθαι ‘vertrocknen, verdorren, hinsiechen, ermatten, erhärten, austrocknen, ausdörren’. Allerdings ist Ost-Jiddisch im Ursprung eine deutsche Sprache mit Hebräischen Anleihen, da b zu jidd. w wird, und nicht andersrum, kann das nicht die Lösung sein (Hebräisch heißt hebräisch Ivrit). I vrite a lot of nonsense, too, so ...
    – vectory
    Dec 7, 2022 at 0:57
  • Allerdings verhält sich welken zu wolkig (so ein Hinweis im Wiktionary) gar ähnlich wie Nebel zu nibeln, und erfährt so ohne "Bedeutungsanalogie" eine Bedeutung als Metapher für das Verwittern. Zwar von Pflanzen, und erst in Folge dessen von Menschen. Übrigens scheint es die Hebräische Wurzel tatsächlich zu geben, s. נבילה, נבל, wobei "Wurzel" etwas hochgegriffen ist, s. bspw. נבחר und נָבִיא, נִבֵּא, dot dot dot
    – vectory
    Jan 11, 2023 at 23:31
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Ich bezweifle, dass du eine "gesicherte" Wortherkunft finden wirst. Das Wort ist ausschließlich Umgangssprache. Viele Dictionaries kennen das Wort gar nicht erst. In Corpora finden sich wenige bis gar keine Einträge.

Das macht es sehr schwierig zu sagen, wann das Wort zuerst verwendet wurde und wie es damals gedeutet wurde. In welchem Kontext wurde es denn ursprünglich verwendet. Oder hatte das Wort von Anfang an die Bedeutung, welche es heute hat.

Die Theorie des Dudens zur Herkunft von abnibbeln halte ich daher für recht wahrscheinlich. Insbesondere hinsichtlich der Überlegung, wenn du nur lang genug nibbelst, bleibt am Ende nichts mehr übrig. Und von dort eine Übertragung zum Tod ist nicht mehr allzu fern. Und wenn ich mich weit aus dem Fenster lehnen darf, würde ich sagen, dass am Anfang von einem Tier die Rede war, an dem genibbelt wurde. Aber selbst wenn es so wäre, könnte ich es nicht belegen.

Herkunft ungeklärt; vielleicht zu niederdeutsch nibbeln = mit den Lippen, Zähnen kleine Stücke von etwas lösen

Das Wort abnippeln ist übrigens, soweit ich weiß, nicht überall geläufig. Auch die Schreibweise scheint nicht mal eingängig zu sein. Da ich es mit einem deutlichen p-Laut ausspreche, käme ich nicht auf die Idee das Wort mit b zu schreiben, wie es der Duden kennt. Im Norddeutschen scheint es aber mit relativ softem b-Laut gesprochen zu werden. Aber als Nicht-Norddeutscher ist das nur eine Impression.

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    Also ich kenne abnippeln mit p-Laut, und abnibbeln mit b-Laut, wobei sie nicht dasselbe bedeuten. Abnippeln bedeutet sterben und abnibbeln bedeutet knabbern. Aber vielleicht ist diese Differenzierung nur regional (Rheinland).
    – fifaltra
    Dec 29, 2014 at 7:57
  • im Norden Deutschens gilt das Elbe wie wohl bei Dussel auch
    – vectory
    May 9, 2021 at 20:37
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Ein Nippel ist ein Verbindungsstück für Rohre oder auch Speichen. Wenn ich abnippele, löst sich die Verbindung zum Rest.

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    Das is doch nich etwa Meister Röhrichs Schnüffelstück? Siehe auch Holländisch sneuvelen "omkomen", "to die in battle", Englisch snuff, bzw. englisch snuff. Was du da beschreibst klingt wie eine Muffe.
    – vectory
    Dec 15, 2022 at 4:32
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Um all den mehr oder weniger plausiblen Spekulationen noch eine Privatetymologie hinzuzufügen: Ich sehe eine lautliche Ähnlichkeit zwischen Nippel und Nippes. Nippes ist ja unbedeutender Kleinkram. Wenn ich alte Wendungen wie "alles ist eitel" auf das irdische Leben beziehe, könnte "abnippeln" auch scherzhaft für "dem Irdischen entsagen/entkommen" stehen.

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Eine der einschlägigen protoindoeuropäischen Wortwurzeln für das Ableben liegt in necro- vor.

Auf Hochdeutsch müsste die Entsprechung homophon zu nah, nach, genug sein, Nullstufig ung-, vgl. englisch Yngvi.

  • Um auf Umwegen zu abnippeln zu kommen, sei zuerst auf umgangangsprachliches jmd. aufknöpfen verwiesen. Da Knopf, Knüppel und etliches mehr als lautmalerische Bildungen verstanden werden können, erübrigt sich die genauere phonologische Analyse. Die Lemma bei Pfeifer und Kluge sind dahingehen leider konfus.

  • Einen Hinweis könnte zuerst nuckeln nebst Nippel geben, bzw. Schnuller, ebenso (ein Bier) schnullern, so wie ich zu snack schon an anderer Stelle geschrieben habe, was weiterhin ungeklärt bleibt. Dies deutet auf einen ungeklärten wechsel *K / *P hin, der phonetisch etwa tough "taff" entsprechen dürfte.

  • Aus semantischer Sicht wiederum passend gibt es neppen, en. kidnap, nab, bzw. to nick.

Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass *neḱ- "to disappear, perrish" selbst einer internen Ableitung bedarf, bspw. mit *ne "not", die sich in weiterführenden Vergleichen wiederspiegeln dürfte. Hinweise auf Volksetymologien, die diesen Zusammenhang erhellen mögen, werden dankend angenommen.

Übrigens stehen die "Rotwelschen" Belege (s. o. @Takkat) dem nicht entgegen, insoweit Jiddisch eine aus dem Altdeutschen hervorgegangen Mischsprache ist. Genaueres ist bei dem aktuellen Wissensstand in diesem Fall nicht zu erwarten (wie @Takkat letztendlich zugibt).

PS: Niederländisch sneven "omkomen [umkommen]" wäre im Vergleich mit Mittelhochdeutsch sneben, snaben heranzuziehen. Siehe dazu de Vries:

Die germanischen Wurzeln *snaðōn, snuðōn ["schneiden"] sind nicht eindeutig. Sicherlich nicht [...] aus einer indoeuropäischen Wurzel *(s)kneu-, wozu althochdeutsch hniuwan "stoßen, aufreiben", altnordisch hnøggva "schlagen, stoßen" zu zählen wären. Eher eine rein germanische Form, die man mit der Grupper um schnappen [snappen] behandeln kann. [J. de Vries (1971), Nederlands Etymologisch Woordenboek, Leiden. [https://www.etymologiebank.nl/trefwoord/sneven] Übersetzt aus dem Niederländischen von mir, @vectory, mithilfe online Übersetzung]

Andere Verweise bei etymologiebank sprechen sich deutlich für Lautmalerei aus: "de klankschilderende groep woorden met anlautend sn, zoals snijden, snavel, snip, met grondbetekenis ‘snijden, scherp’", "Een van de klankexpressieve sn-woorden". Die neueste Aufarbeitung des Niederländischen dank Philippa et al. (a.a.O.) lässt das Wort wohlgemerkt außen vor. Deutsche Wörterbücher sehen das sicherlich ähnlich.

Weil onomatopoeia nicht weiterführen, bedarf diese Ansicht weiterer Bemerkungen.

  • nibben "mit den Lippen, Zähnen kleine Stücke von etwas lösen" (s. o. @Em1) gehört zu deutsch (am Glas) nippen, was wiederum den oben angesetzten Bedeutungswandel bestätigt, vgl. nach Luft schnappen, schnabulieren etc.

    • Wiktionary rekonstruiert urgermanisch *hnippōną. "to pinch", "Likely related to *knīpaną" (en.WT: *hnīpaną), ohne den Zusammenhang mit einem äußerst fragwürdigen ga-Präfix zu erkennen, vgl. allemanisch gsë "sehen" (en.WT: *gasehwaną, wér kseenisch de).

    • Dieser Ansatz passt im Prinzip auch zum "Verbindungsstück für Rohre oder auch Speichen" (s. o. @user54646); ist ohne weiteres leider unklar. Vgl. abdrücken, abdichten, abschließen, nicht etwa abschüsseln, zumal allenfalls im Gegensatz zu anschließen von lösen die Rede sein kann, in der Regel jedoch das Gegenteil gemeint ist (mag auch regionale Unterschiede geben). Da wäre höchsten an abnabeln zu denken, wobei die Nabelschnur durch zudrücken zertrennt wird.

  • *(s)knew- fügt sich entsprechend ins Bild mit *hnawwaz "tight; narrow; sparse", doch sind die unterschiedlichen Bedeutungen nicht eindeutig, die diese Wurzel fortsetzen (s. hnøggr, nøgga usw.; NB: Lindeman's Ordbok hat es nicht). Ist vielleicht *kes- gemeint, vgl. snøggr (en.WT: *ksnew-)?

  • vergleichbar erscheint ohnehin neigen, vgl. gothisch hnaiws, s. *hnaiwijaną, "variant form of *hnaigijaną" (en.WT: 𐌷𐌽𐌰𐌹𐍅𐌾𐌰𐌽); auch wieder ein Sonderfall.

  • im Old Frisian Etymological Dictionary (Boutkan, Siebinga (2005)) finde ich nichts dergleichen, wenngleich weiteres zu Vermutungen gereicht.

Deshalb bleibt der Ansatz mit *neḱ- am wahrscheinlichsten.

PPS: Außerdem werden Tocharisch A oṅk B eṅkwe "man" im Sinne von sterblicher irgendwie auf *neḱ- zurückgeführt. Ohne weitere Bestätigung dürfte o-stufig "so ein Nappel" deshalb dahingestellt bleiben, auch wegen der eingangserwähnten Problematik um Knopp, Knabe etc.

Bemerkenswert ist dies weil die Sagengestalten der Nibelungen als Bewohner des Erdreichs charakterisiert werden, also vermutlich sterblich. Soweit dieser Name eher mit Nebel verglichen wurde, schließt sich zumindest der Kreis mit nibeln (s.o. @Takkat).

Summasumarum bedeutet das, die Bedeutung müsste die letzten Jahrhunderte über relativ stabil geblieben sein, während der Lautwandel angesichts ie. *neḱ-insoweit als irregulär anzusehen ist und schriftliche Belege im Fall von Tabuthemen kaum zu erwarten sind. Sicher ist das also nicht.

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  • Und wenn der Code of Conduct zulässt, dass miserable Antworten gepostet werden, aber verbietet, dass man pseudowissenschaftliches Geschwafel als pseudowissenschaftliches Geschwafel bezeichnet, dann sollte der Code of Conduct überarbeitet werden.
    – Alina
    Feb 1, 2023 at 9:21
  • Let us continue this discussion in chat. Feb 1, 2023 at 9:26
  • Woher nimmst du die Zeit und die Energie? Ich habe deine Antwort bisher nicht runtergewählt, aber die Unterstellung in deinem Kommentar hier finde ich absolut unangebracht.
    – fzwo
    Feb 3, 2023 at 13:47
  • Ich habe umfängliche Suchen um weitere Vergleiche betrieben. Leider sind meine Notizen nicht sortiert. Im schweizer jiddisch steht nahen oder so für "sterben" nebst niften. Süd-Hessisch abnabben "selbstmord begehen". Ein Kollege kennt tatsächlich Nübbel oder so als Synonym für Muffe, s. a. SHess. -Scheibe. Althaus: neppen könnte auch jiddisches Rotwelsch sein. Zu Nl. sneven habe ich nichts weiter als den niederdeutschen Beleg gefunden. Wegen der jiddischen Tangente, der möglichen Wortspiele, der als irregulär / regional anzunehmenden Lautwandel und der mangelhaften Unterstützung.
    – vectory
    Mar 17, 2023 at 5:35

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