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Meine Muttersprache ist Deutsch und ich wundere mich über meine Aussprache von Wörtern, die mit einem Verschlusslaut und darauf folgend "en" enden. Beispiele mit allen Verschlusslauten wären "retten", "reden", "packen", "legen", "kippen" und "leben".

Ich habe im Internet nachgeguckt, aber meistens sehe ich die Aussprache so beschrieben, dass aus dem "en" ein wird. Aus "reden" wird somit ˈʁeːdn̩ (wie auch immer das "r" realisiert sein mag). Das "en" verliert also seinen Vokal und das "n" wird als eigene Silbe betrachtet. Dazu siehe jeweils die beigefügten Wiktionary Links. Auch zu sehen war, dass nach "k" und "g" aus dem "en" ein ŋ̍ werden kann und nach "p" und "b" ein (das ist aber frei). Das mag zwar vielleicht die "korrekte" Aussprache sein, aber es kommt dem, was ich mache, nicht sehr nah.

Dann habe ich auch in hier in einem Reddit-Beitrag gesehen, wie aus dem Verschlusslaut ein glottaler Verschlusslaut wird. Somit wird aus "reden" einfach ˈʁeːʔn̩ (oder so ähnlich). Mit meinem eigenen Sprachgefühl kann ich das auch teilweise bestätigen. Für mich fühlt sich diese Methode bei Wörtern wie "retten", "packen" und "kippen" noch einigermaßen natürlich an, aber bei Wörtern wie "reden", "legen" und "leben" eher weniger (das finale "n" passt sich hier wieder dem Verschlusslaut von davor an und kann n, ŋ oder m sein). Ich mach es aber noch ein wenig anders, aber es kommt dem schon etwas näher.

Nach ein wenig Experimentieren bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich zur Aussprache zuerst mit der Zunge oder den Lippen den Luftweg durch den Mund blockiere. Das heißt also, dass zuerst eine n, ŋ oder m Position eingenommen wird, die zwar den Luftweg durch den Mund blockiert, aber noch nicht durch die Nase. Danach wäre es zwar möglich, mithilfe eines glottalen Verschlusslautes den Luftweg auch durch die Nase zu blockieren und wieder freizulassen, um den Verschlusslaut ("t", "d", "k", "g", "p" oder "b") zu ersetzen, aber ich mach es ein wenig anders. Ich habe einmal versucht, mit dem Finger zu fühlen, was genau passiert, und ich denke, dass sich das Gaumensegel ein wenig nach hinten bewegt und mit der Rachenhinterwand Kontakt macht und so eben der Luftweg durch die Nase blockiert und wieder freigelassen werden kann. Dies dürfte auch zur Beobachtung passen, dass ich zwar einen glottalen Verschlusslaut in kompletter Isolation ausführen kann (da dieser beide Atemwege blockiert), aber den gefragten Laut nur bei verschlossenem Atemweg durch den Mund (da das Gaumensegel nur den Atemweg durch die Nase blockiert). Hier findet sich noch eine passende Illustration. Wer versuchten möchte, es nachzumachen, der könnte versuchen, bei geschlossenem Mund ein Schnarchen nachzuahmen, nur dass der Luftweg eben komplett verschlossen wird und nicht nur teilweise.

Wie oben schon beschrieben, bei "t" und "d" wird das "en" also zu , bei "k" und "g" zu ŋ̍ und bei "p" und "b" zu . Es muss auch nicht immer das "en" am Ende sein. Bei Wörtern wie "lebenden" klingt es für mich am natürlichsten, wenn ich das Beschriebende mit der zweiten Silbe mache und die dritte Silbe unverändert mit Vokal ausspreche. Bei Wörtern endend auf "em" verhält es sich ähnlich, dass ich sie wie mit "en" ausspreche, nur dass ich nach der Aussprache des Verschlusslautes direkt in die m Position wechsle, was für "p" und "b" natürlich nicht notwendig ist.

Meine Fragen:

  • Gibt es für diesen Laut irgendein IPA-Symbol oder hat dieser Laut eine eigene Bezeichnung?
  • Wie häufig ist diese Aussprache und in welchen Regionen ist diese verbreitet?
  • Wie ist die Häufigkeit und Ausbreitung verglichen mit der "korrekten" Aussprache und der Aussprache mit dem glottalen Verschlusslaut?

Übrigens lebe ich in Niedersachsen, ziemlich weit im Westen, falls das eine Rolle spielt.

Eine Liste mit allen IPA-Symbolen lässt sich hier finden (auch unter "Extensions" gucken). Laut meinen Vermutungen könnte es sich unter der erweiterten Liste um einen "velopharyngeal plosive" handeln, aber das Problem ist, dass dieser nur als "trill" und "fricative" aufgeführt ist und das Kästchen bei "plosive" dunkelgrau gefärbt ist, also dass es scheinbar eigentlich nicht möglich ist, soetwas auszusprechen? Hier findet sich noch ein Artikel zu den "velopharyngeal consonants".

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  • Welcome to German.SE. Not sure if you know about it - you can ask your question in German as well (question about the same topic are handled as "unique" for each language asked in). I would separate the question(s) more visually to make clear "context wall, question, note". Aug 6 at 13:50
  • @Shegit Brahm Hello, not sure what exactly you mean. Do you mean that I can ask the same question again but just in German, so that there are two posts? I just thought that asking in English would make the question more accessible to more people.
    – Orbit
    Aug 6 at 14:05
  • sorry for confusion. Es ist jedem freigestellt, welche Sprache benutzt wird. Nein, es ist keine Ermunterung, einfach so die gleiche Frage in einer anderen Sprache zu stellen. Duplikate werden geschlossen - außer sie sind in einer anderen Sprache. Welche Sprache dem Publikum hier zugänglicher ist, ist mir unbekannt. Aug 6 at 14:08
  • 2
    Hallo! Wenn Du die Frage bewusst auf Englisch gestellt hast, um auch Linguisten zu erreichen, die nicht gut oder nicht gerne Deutsch lesen oder schreiben, ist das völlig in Ordnung. Ich denke, @ShegitBrahm wollte nur vermeiden, dass Du nur deshalb Englisch benutzt, weil Du denkst, das sei hier gefordert.
    – Carsten S
    Aug 6 at 16:56
  • 1
    Die Bemerkung zu den Duplikaten war in der Tat durch die Präzisierung etwas verwirrend, aber Du sollst die Frage nicht doppelt stellen. Die erwähnte Ausnahmeregelung ist nur dazu da, einen Fragesteller nicht auf ein Duplikat zu verweisen, dass er nicht lesen kann.
    – Carsten S
    Aug 6 at 16:57
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Zu den drei Fragen:

  1. Dieser Laut, den du sehr treffend beschrieben hast, ist der nasale Release eines Plosivs. Im IPA wird er durch ein kleines, hochgestelltes <ⁿ> nach dem jeweiligen Verschlusslaut bezeichnet. Das Wort «Laden» würde also als [ˈlaːdⁿn̩] geschrieben, «Wagen» als [ˈʋaːɡⁿŋ̩], «Laken» als [ˈlaːkⁿŋ̩] (oder, falls aspiriert, als [ˈlaːkⁿʰŋ̩]), «Leben» als [ˈleːbⁿm̩] u.s.w. Normalerweise bleibt der nasale Release unbezeichnet, denn eine Artikulation von homorganen Folgen wie [dn], [kŋ] u.s.w. wird ganz natürlich mit einem nasalen Release artikuliert. Der glottale Release würde übrigens, streng genommen, in Koartikulation mit dem entsprechenden Plosiv artikuliert, der in diesem Fall aber keinen Release hätte, also beispielsweise [ˈlaːd̚͡ʔn̩].
  2. Einen Übersicht der verschiedenen Releasearten ist zu finden in der Karte Realisierung von /t/ in Daten und warten des Atlas zur Aussprache des deutschen Gebrauchsstandards (AADG).
  3. Ich vermute, dass in der präskriptiven Bühnenaussprache der nasale Release nicht verwendet werden sollte, und dass stattdessen für ein Wort wie «reden» die Aussprache [ˈreːdən] oder [ˈreːdɛn] vorgeschrieben würde. Eine solche Aussprache wäre allerdings sehr unnatürlich ausser vielleicht in der Schweiz.
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  • Wie verhält sich das zum Stimmhaften Uvulare Nasal "... ein in den Sprachen der Welt selten vorkommender stimmhafter Konsonant, bei dessen Artikulation der Luftstrom im Mund durch einen Verschluss am Gaumenzäpfchen blockiert wird und stattdessen durch die Nase entweicht (sodass eben ein Nasalkonsonant entsteht)."?
    – vectory
    Aug 13 at 14:46

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