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Ich bezweifle die Verwendung von "vertreiben" in dem folgenden Satz.

Gleichwohl hegt eine Minderheit weiterhin Zweifel an der Begründung der getroffenen Massnahmen, und auch die geschicklichsten politischen Aussagen können die beharrlichen Glauben nicht vertreiben.

Ist der Satz allgemein gesprochen richtig und sinnvoll, und insbesondere die Verwendung von vertreiben in diesem Zusammenhang.

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    Woher kommt der Satz?
    – Paul Frost
    Commented Nov 26, 2021 at 0:17
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    Wo kommt das Zitat her - Schweizer Presse? Im Deutschen muss es "Maßnahmen" heißen, da ein langes A dem S vorangeht (siehe auch Fußball). Commented Nov 27, 2021 at 23:30

2 Answers 2

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Der Satz ist zwar verständlich, ist aber misslungen.

  1. Ein Adjektiv "geschicklich" gibt es nicht (und damit auch nicht den Superlativ "geschicklichst"). Das Wort kommt nur als Bestandteil von "Ge­schick­lich­keit" vor. Das korrekte Adjektiv ist "geschickt". Aber auch dieses passt nicht wirklich in den Satz.

  2. Glaube wird nicht vertrieben, sondern erschüttert.

Mein Vorschlag:

Gleichwohl hegt eine Minderheit weiterhin Zweifel an der Begründung der getroffenen Maßnahmen, und auch die überzeugendsten (politischen) Argumente können den festen Glauben nicht erschüttern.

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    Einen Wolf kann man vertreiben, dann ist er fort. Eine Wand kann man erschüttern, dann ist sie vielleicht beschädigt, aber sie steht noch. Wieso sollte man einen Glauben nicht vertreiben können? Commented Nov 26, 2021 at 1:51
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    @userunknown Man kann vieles vertreiben, aber die Kombination "Glauben vertreiben" habe ich noch nie gehört oder gelesen. Das heißt zugegebenermaßen nicht viel, ich kann hier nicht für die Gesamtheit der Deutschsprechenden etwas behaupten. Es würde mich interessieren, ob Du das so gelesen hast oder es selbst so sagen würdest. Eine Suche per Google liefert jedenfalls nur einzigen Treffer auf Bibel-TV bibeltv.de/mediathek/videos/309544-angst-vertreibt-glauben. Und auch da nur im deutschen Titel des Videos. Der amerikanische Originaltext ist "If my faith gives way to my fear." Commented Nov 26, 2021 at 10:14
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    Dagegen liefert eine Suche nach " Glauben erschüttern" massenweise Treffer. Commented Nov 26, 2021 at 10:16
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    man kann Glauben erschüttern oder austreiben. Vertreiben ist meist etwas physischens und weniger etwas metaphysisches oder geistiges - obwohl man ja böse Gedanken oder Geister vertreiben kann. Commented Nov 26, 2021 at 12:55
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    @KritikerderElche: Ich führe nicht Buch über Formulierungen, die ich schon gehört oder gelesen habe. Für die Frage, ob die Formulierung sinnvoll ist, ist die bisherige Häufigkeit auch unerheblich. Die Häufigkeit von "Glauben erschüttert" steht nicht zur Disposition; es ist völlig gleichgültig, wie häufig etwas den Glauben erschüttert hat. Ein erschütterter Glaube kann fortbestehen und drückt daher etwas anderes als ein vertriebener Glaube aus, der offenbar nicht mehr fortbesteht. "Glaube gefunden" könnte noch viel häufiger benutzt werden und passt trotzdem nicht. Commented Nov 26, 2021 at 18:07
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Glauben vertreiben kann man, wie man die Zeit vertreiben kann oder Zweifel, die schlechte Laune und vieles mehr. Gängig ist die Formulierung wohl nicht, aber die schlechten Alternativen, die in Kommentaren aufgeboten wurden, bedeuten etwas anderes, wie beispielsweise "erschüttern". Glaube ist, im Gegensatz zu Wölfen, die man buchstäblich vertreiben kann, etwas abstraktes, insofern ist "vertreiben" eine bildhafte Sprache, die im Deutschen keinem Regelwerk unterliegt, das Metaphern erlaubt oder verbietet.

Im Deutschen müsste es allerdings "Maßnahmen" mit scharfem S heißen, da das A davor lang ist, wie bei Fußball. Im Schweizer Deutsch gibt es allerdings kein scharfes S, und man würde tatsächlich ein Doppel-S schreiben.

"Die geschicklichsten politischen Aussagen" könnte eine Fusion von "geschicktesten" und "schicklichen" Aussagen sein, ist aber womöglich einfach nur ein Flüchtigkeitsfehler. Schicklich ist etwas, dass mit den guten Sitten konform geht - eine Absicht würde ich nicht vollkommen ausschließen wollen. Sollte es aber wirklich ein Schweizer Text sein, so könnte dort auch ein anderer Sprachgebrauch herrschen. Es kommt sporadisch vor, dass in Schweiz und Österreich Formulierungen Usus sind, die das hochdeutsche Ohr befremden.

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    Instruktionen missverständelig, spiele nun Fassball
    – vectory
    Commented Nov 28, 2021 at 0:01
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    wat mich hier eher an dem Satze stören tät wer der (scheinbare) Plural von Glauben
    – vectory
    Commented Nov 28, 2021 at 0:03
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    @vectory "können die beharrlichen Glauben nicht vertreiben" stört natürlich. Entweder "können den beharrlichen Glauben nicht vertreiben" oder "können die beharrlichen Überzeugungen nicht vertreiben". Commented Nov 28, 2021 at 0:56
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    "Glauben" als Plural aufzufassen hat mich auch gestört, aber ohne weiteren Kontext ist nicht auszuschließen, dass es richtig ist - in dubio pro reo. Der eine glaubt an Buddha, der zweite an Jesus, der dritte an Mohammed: 3 Glauben. Die Mehrzahl war jedenfalls nicht Thema der der Frage, sondern das Vertreiben. Kann man die Glauben vertreiben, beispielsweise durch Rationalität? Commented Nov 28, 2021 at 2:48
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    es deutet aber halt auf eine Google Übersetzung oder sonst was hin. Steht im Wörterbuch, jau, nehm ich! So funktioniert das aber nicht
    – vectory
    Commented Nov 28, 2021 at 13:21

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