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Ist das Wort "verunmöglichen" als Gegensatz von "ermöglichen" Standarddeutsch? Bin darüber schon mehrfach gestolpert, aber das Wort "fühlt" sich irgendwie schräg an.

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    Ich denke nicht. Ich habe das Wort noch nie gehört oder benutzt. – Devil0s Jun 21 '13 at 15:24
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    der Duden kennt es und bis Du gefragt hast hat es sich für mich auch nicht schräg angefühlt (ist jetzt nicht mehr ganz so), auch im Herkunftsland scheint nicht jeder damit glücklich zu sein: blogwiese.ch/archives/229 – bummi Jun 21 '13 at 15:50
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    @Devil0s: naja, ich hatte das mal mit einem anderen Wort vor mehr als zehn Jahren, seitdem bin ich belehrt. Auch Muttersprachler kennen nicht alle Facetten ihrer eigenen Sprache. – 0xC0000022L Jun 21 '13 at 16:49
  • s.a verunfallen, verunglücken, verunglimpfen,... woerterbuchnetz.de/DWB, filtern nach "verun" für ungefähr 60 ähnlich unübliche Verben, die dem selben Schema folgen. – tofro Feb 9 '17 at 12:05
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Ja.

Es ist kein Dialektwort, sondern ein Wort, von dem man erwarten kann, es in einer Zeitung oder einem Buch zu lesen. Also Standarddeutsch. Außerdem wird es in renommierten Wörterbüchern gelistet:

Besonders häufig wurde es während des zweiten Weltkrieges verwendet:

Ngram »verunmöglichen« verunmöglichen


Nachtrag

Das Institut für deutsche Sprache im Mannheim hat eine Grundformenliste aller deutschen Wörter erarbeitet, und diese Liste nach der Häufigkeit des Vorkommens in gedruckten deutschen Text sortiert. Das Ausgangsmaterial sind gedruckte Texte der Jahre 1983 bis 2012.

Das ist ein Ausschnitt aus dieser Liste, beginnend bei Platz 37.530, insgesamt 30 aufeinanderfolgende Einträge. Auf Platz 37.545 findet man das gesuchte Wort:

  1. Siegerteam
  2. Höcker
  3. Namenszusatz
  4. neuapostolisch
  5. Produktionsleiter
  6. Torausbeute
  7. Verformung
  8. Altöl
  9. Eingeweide
  10. Inuit
  11. Kinobetreiber
  12. Polizeikommissar
  13. Schulleben
  14. Sozialberatung
  15. überrunden
  16. verunmöglichen <== Hier steht das nachgefragte Wort
  17. Zuschauertribüne
  18. avisiert
  19. Markttreiben
  20. meldepflichtig
  21. Ortsbeigeordnete
  22. Superwahljahr
  23. Adventssingen
  24. Beratervertrag
  25. entschlafen
  26. Hedgefonds
  27. Sojabohne
  28. Einbettung
  29. Familienminister
  30. Flak

Dieser Quelle zufolge ist »verunmöglichen« also ziemlich gleich häufig wie »Altöl«, »Sojabohne«, »überrunden« und »Superwahljahr«.

Die ganze Liste hat übrigens 329.946 Einträge. Zu den seltensten Wörter in dieser Liste gehören »Ultrakurzwellenempfänger«, »Tabakraucherin«, »mensurabel«, »imbezill« und »schwachbevölkert«.


Einige Fundstellen für »verunmöglicht« im Netz:

aus der Schweiz

aus Österreich

aus Deutschland

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Laut Duden fällt das Wort in den schweizerischen Wortschatz und die Verwendung scheint nicht allzu selten zu sein.

Ob das Wort im Grenzgebiet und im Süden der Bundesrepublik auch bekannt oder sogar verwendet wird, kann ich nicht beurteilen, aber nördlich der Mainlinie ist das Wort höchst selten bis nie im Wortschatz zu finden. Dort spricht man schlichtweg von "verhindern".

  • Aha, interessant. Dachte mir schon, daß eventuell aufgrund des Internets derlei Worte verbreitet werden. Habe das Wort nämlich mehrfach online gelesen. Danke und +1. – 0xC0000022L Jun 21 '13 at 16:47
  • Ich kenne es, bin aber auch von südlich des Mains. Ich würde es im Normalfall nicht verwenden, weil es mit den beiden Vorsilben arg umständlich klingt; zu umständlich, weil man ja auch "unmöglich machen" oder eben "verhindern" sagen kann. – chirlu Jun 21 '13 at 17:17
  • 1
    Nördlich der Mainlinie wird es als Neologismus aufgenommen und verstanden. – Toscho Jun 22 '13 at 8:51
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Zur Anwendung des Wortes: Bei geeichten Geräten ist die Justiermöglichkeit zu verunmöglichen.

In diesem Zusammenhang ist es schön, dass unsere Sprache solche Worte bietet. Denn "unbrauchbar zu machen", "zu blockieren" oder wie hier "zu verhindern" treffen nicht den Kern des Problems, bzw. wären semantisch sogar Unsinn... Eine Möglichkeit zu verhindern?!?

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    Hm, schwanke zwischen »Das ist noch eine Antwort« und »Das ist schon ein Kommentar«. Ist das Wort nun standarddeutsch oder nicht? Das war die Frage, die es zu beantworten gilt. – Jan Feb 7 '17 at 15:54
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    Inwiefern ist "eine Möglichkeit verhindern" semantisch unsinniger als "eine Möglichkeit verunmöglichen"? – user unknown Feb 8 '17 at 0:57
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Ja. Bürokratendeutsch/gehoben:

Etwas Verunzumöglichendes zu tun ist verboten.

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    Gefragt wurde nach einem Verb. Du behandelst in deiner Antwort ein Substantiv, also nicht das, wonach gefragt wurde. Auch die Klassifizierung als Bürokratendeutsch/gehoben trifft nicht zu. – Hubert Schölnast Feb 9 '17 at 9:38

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