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Folgende Provinzposse soll sich in Deutschland ereignet haben:

Ein Betreiber von Windparks beantragte die Genehmigung für ein neues Projekt. Zunächst wurde geprüft, ob dort, wo die Anlage entstehen sollte, wichtige Vögel leben. Ist dies der Fall, sind Windparks tabu. Die Prüfung verlief günstig, ergab nichts, was ein Problem gewesen wäre. Dennoch wurde das Projekt abgelehnt. Verwundert ging der Betreiber aufs Amt und fragte den zuständigen Sachbearbeiter, ob er einen Vogel gefunden hätte. Antwort: »Nein, aber ich habe das Bauchgefühl, dass einer da ist.«

Gesucht werden Substantive für das Verhalten des Sachbearbeiters. Ein Substantiv ist dann ein Fund, wenn es folgende Kriterien erfüllt:

  • Es ist auf den geschilderten Fall anwendbar
  • Es hat einen Bezug zur Staatsdienerschaft des Sachbearbeiters

Zum Ergebnis

Als richtige Antwort werte ich (alphabetisch geordnet): Amtsmissbrauch, Behördenwillkür, Ermessensfehlgebrauch, Staatswillkür

Als Antwort ausgewählt habe ich das E-Wort, da ich von seiner Existenz nichts wusste (Lerneffekt).

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  • 2
    Durch die Anekdote wird das Verhalten des Sachbearbeiters nicht hinreichend festgelegt, als daß sich ein Wort dafür finden ließe: traurig, unverständlich, rätselhaft, irrational, unverschämt, willkürlich, größenwahnsinnig u.v.a.m. sind mit der Schilderung kompatibel. Die Frage sollte daher überarbeitet werden.
    – David Vogt
    Commented Oct 2, 2022 at 10:55
  • @DavidVogt: Es wurden doch schon Substantive gefunden, das klappt schon. Bei deinen Adjektiven fehlt der Bezug zur Staatsdienerschaft.
    – Pollitzer
    Commented Oct 2, 2022 at 11:02
  • @DavidVogt: Ich kann dir nur sagen, dass die bisherigen Antwortgeber die Frage so verstanden haben, wie ich sie meine, der Kern der Frage wurde genau getroffen.
    – Pollitzer
    Commented Oct 2, 2022 at 13:12
  • 1
    @JonathanScholbach was wäre denn deiner Meinung nach eine präzisere Frage, auf die Ermessensfehlgebrauch die Antwort ist? Auf der Schwesternseite English language werden regelmäßig Worte/Ausdrücke gesucht (und gefunden). Ich finde der Titel "Wort für das Fehlverhalten eines Amtsträgers" ist recht treffend und viel wichtiger such- und findbar. Dass du die Frage eigens geschlossen hast finde ich im Bezug auf den Inhalt ein wenig ironisch :) Commented Oct 2, 2022 at 14:30
  • 1
    Welche Funktion hat denn die Anekdote? Damit soll doch auf eine Art von Fehlverhalten hingedeutet werden. Könnte man vielleicht anstelle der Anekdote eine explizite Beschreibung der Art des Fehlverhaltens setzen? Dieses nicht auszubuchstabieren macht die Frage für mich zum Assoziationsspiel. Wie kann man denn da z.B. gute von schlechten Antworten unterscheiden? (Die Antworten hätten die Frage richtig verstanden, sagt der Fragesteller. Aber wie kann man das nachvollziehen?)
    – David Vogt
    Commented Oct 2, 2022 at 14:35

4 Answers 4

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Wenn davon ausgegangen wird, dass die Behörde bei ihrer Entscheidung einen Ermessensspielraum hatte, davon aber fehlerhaften Gebrauch gemacht hat, handelt es sich um einen Ermessensfehlgebrauch.

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Meinst Du "Staatswillkür"?

Dem Antragsteller steht dann der Rechtsweg offen, ich meine es ist eine Dienstaufsichtsbeschwerde, die da in Frage kommt, dann kann man es ein Dienstaufsichtsvergehen nennen.

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  • Kein Experte (nur Beamtenkind), aber m.W. ist die Dienstaufsichtsbeschwerde (Merksatz: "formlos, fristlos, fruchtlos") nur eine Beschwerde über das Verhalten des Beamten bei deren Vorgesetzten. Gegen die Entscheidung muss man unabhängig davon mit einem Widerspruch und dann ggf. einer Klage vor Gericht vorgehen. Ist aber natürlich alles offtopic hier.
    – HalvarF
    Commented Oct 2, 2022 at 9:03
  • @HalvarF "Dienstaufsichtsbeschwerde" muss hier hnicht diskutiert werden, denn es war ja nicht die Antwort, sondern "Staatswillkür". Ich unterstelle mal, der zweite Absatz ist nur in der Antwort, weil sie sonst ein bißchen kurz wäre.
    – tofro
    Commented Oct 2, 2022 at 10:32
  • Das ist jetzt nur mein vielleicht relativ willkürliches Bauchgefühl, aber ist es nicht etwas vorschnell, aus dem Verhalten eines einzelnen Sachbearbeiters auf den gesamten Staat zu schließen? Auch wenn es im konkreten Fall so sein mag, dass der Sachbearbeiter an dieser Stelle stellvertretend für den Staat entscheidet, fehlt mir zur vollumfänglichen Staatswillkür irgendwie, dass "der Staat" das willkürliche Verhalten des Sachbearbeiters gutheißt oder auch nur toleriert, nachdem er durch die genannte Dienstaufsichtsbeschwerde darauf aufmerksam gemacht wurde, oder dass diese Willkür ... Commented Oct 2, 2022 at 11:50
  • ... zumindest systematisch bei (so gut wie) allen Sachbearbeitern zu beobachten ist. Commented Oct 2, 2022 at 11:51
  • 1
    @O.R.Mapper: Der Begriff "Staatswillkür" muss nicht den ganzen Staat in jeder Entscheidung beschreiben. Deine Interpretation schießt da weit über das Ziel. Ein Akt von Staatswillkür kann auch ein Unikum sein. Es ist auch nicht so, dass bekannt wäre, ob Dienstaufsichtsbeschwerde erhoben wurde. Schon vorher kann das Verhalten sprachlich bewertet werden. Ob sich dem ein Richter anschließt oder nicht wäre eine ganz andere Frage. Jedenfalls handelt der Sachbearbeiter nicht als Kunde, Kumpel, Onkel, Patient, Vorgesetzter etc., sondern als Staatsorgan, daher ist hier von Staatswillkür zu sprechen. Commented Oct 3, 2022 at 4:25
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Wie wäre es mit Amts- oder Machtmissbrauch?

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Das Geschilderte ist ein Fall von

Behördenwillkür.

Der Ausdruck hat eine gewisse Verbreitung, im Duden steht er (noch?) nicht.

Bei Wiktionary ist er gelistet, kurioserweise nicht in der deutschen Version. Offenbar hat sich das Wort bis nach England gefressen.

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