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Es existieren für Wörter wie "bei" und "in" Zusammenziehungen mit den nachfolgenden Artikeln, also etwa "beim" für "bei dem". Dies ist allerdings nur für Maskulina und Neutra der Fall, nicht jedoch für Feminina:

beim Mann
beim Kind
bei der Frau

analog bei "in":

im Kopf
im Loch
in der Kneipe

Leider hat meine Internet-Recherche dafür nichts ergeben und auch der Kluge (Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache) äußert sich dazu nicht, wenn er auch "bei" aus dem Gotischen ("um - herum") herleitet und mit "ambi-" in Verbindung bringt.

Andererseits existieren für "zu" durchaus Zusammenziehungen für alle drei Genera:

zum Mann
zur Frau
zum Kind

Ich wäre für Hinweise zur Genese dieser Zusammenziehungen und insbesondere dem Grund, warum solche bei Femininae nicht existieren, dankbar.

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  • 1
    Ich glaube, da muss man nicht so weit wie in die Ethymologie suchen, denn wie sollte eine solche Zusammenziehung denn aussehen? "beir"? Das ist keine besonders gängige Lautkombination im Deutschen und geht auch nicht leicht von der Zunge.
    – tofro
    Commented Jan 26 at 13:34
  • 2
    Es gibt diese Verkürzungen ja durchaus, wo sie besser klingen: inner Kneipe.
    – Janka
    Commented Jan 26 at 13:38
  • @Janka: in der Sprache, in der "inner" ein Wort ist, da existiert auch nur ein Artikel: "de" (und, aber ich spreche kein Norddeutsch, deshalb ist das nur eine Vermutung, auch nur ein Genus). Ich habe allerdings (und, ja, diesen wichtigen Hinweis habe ich verabsäumt zu geben) die Frage in Bezug auf die deutsche Sprache formuliert.
    – bakunin
    Commented Jan 26 at 13:49
  • @tofro: das wäre eine durchaus mögliche Erklärung.
    – bakunin
    Commented Jan 26 at 14:00
  • 1
    @bakunin "in der Sprache, in der "inner" ein Wort ist, da existiert auch nur ein Artikel: de" Das ist wirklich eine Fehleinschätzung, das hat nichts miteinander zu tun und sind unterschiedliche Dialekte, "Inner" ist einfach nur das ausschließlich und eindeutig weibliche Äquivalent zu "im" (also mit Dativ Singular). Gleiches gilt für "anner". Mit Akkusativ ist es "inne" bzw. "anne".
    – HalvarF
    Commented Feb 7 at 13:07

2 Answers 2

1

Verkürzungen werden im Allgemeinen gemacht, um das Sprechen zu vereinfachen und "schneller" zu machen.

Eine Verkürzung von "bei der" analog zum Maskulinum und zum Neutrum würde wohl auf etwas wie "beir" hinauslaufen. Da das allerdings keine gängige Lautkombination im Deutschen ist und relativ schwer in verständlicher Form von der Zunge geht, hat sich diese Verkürzung wohl nicht etabliert - sie wäre kontraproduktiv.

Es gibt durchaus Zusammenziehungen im Femininum (wie "inner Kneipe", siehe Kommentar von @Janka), die gängigere Lautkombinationen ergeben und sich durchgesetzt haben.

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  • 2
    "beir" schreibt man natürlich nicht. Aber die Kombination "bei der" wird sprachlich durchaus verkürzt zu sowas wie "beia" (ähnlich wie "inner Kneipe", "aufa Walz" und "innes Haus") - was alles aber kein Schriftdeutsch ist. Commented Jan 26 at 17:51
  • @planetmaker Das kenne ich aus meiner Region überhaupt nicht. Scheint in Süddeutschland nicht üblich zu sein. Im Gegenteil, da wird das "d" von "der" eher noch verstärkt statt verschluckt.
    – tofro
    Commented Jan 26 at 17:56
  • Interessant. Ich habe gerade mal den Atlas der Alltagssprache durchstöbert, aber hierzu gibt es darin - soweit ich gesehen habe - noch keine Erhebung. Nur bezüglich der Abkürzung für ein/e gibt es einen Eintrag: atlas-alltagssprache.de/runde-5/f18a-b Commented Jan 26 at 18:19
  • Die Aussage, dass es keine gängige Lautkombination ergibt, kann ich nicht nachvollziehen. Bei mir gehört "beir" zum normalen Wortschatz, und ich spreche es /baɪ̯ɐ/ aus, es reimt sich also mit Bayer, Meier, Rheier etc.
    – corvus_192
    Commented Jan 27 at 16:44
  • "Verkürzungen", haha, die werden in Antworten gemacht, um Antwortenden das Antworten zu erleichtern.
    – vectory
    Commented Feb 7 at 5:37
-5

Dies ist allerdings nur für Maskulina und Neutra der Fall, nicht jedoch für Feminina

Das ist nicht korrekt. Zur ist ein sehr häufiges Wort, allein über 1200 mal im BGB der BRD.

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/BJNR001950896.html

Falls dennoch Zweifel bestehen von wegen die Frage sei "in Bezug auf *die deutsche Sprache formuliert", verweise ich gesondert auf StGB: Volksverhetzung.

Wer […] zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert […]

Man könnte ja meinen, zur sei falsch. Gibt sicherlich einen Rechtsschreibparagraphen der das regelt.

Also gehen wir ohne Überleitung zur Tatsachenbetrachtung. Denn bei anderen Praepositionen wird es in der Tat schwieriger, bleibt jedoch unklar was "es" ist. Phonologie? Etymologie? Sprachökonomie?

Als erster Vergleichswert sei auf T-Glottalization im Cockney-English verwiesen, bspw. li'l anstatt little, häufiger auch liddel.

Etwas anders verhält es sich in der Umgangssprache mit bei'r Frau. Da -r ohnehin vokalisiert, vgl. Bayern /ˈb̥ai̯.ɐn/, und so mit Iotazismus in den Hochvokal assimiliert, entfällt der Kontrast zwischen Schwa Vorderzungenvokal und Tiefschwa zu gunsten eines Diphtongs über den betonten Zentralvokal, vorrausgesetzt das d wird elidiert. Eine Verallgemeinerung kann man daraus nicht schließen, sondern muss diese erstmal vorausagesetzt werden wegen der Fragestellung bzgl. im / in dem. Dies kann mit mundartlich inna soweit bestätigt werden.

ick war inne Schule *

ick fahr inne Kofhalle

Man könnte lediglich vermuten, dass meinetwegen #i'r /ɪ.ɐ/ wäre zu erwarten. Im Vergleich zu ihr /iːɐ̯/, was verwandt mit 2.pl euch, engl. you, your, bzw. 3.sg her in andere Richtung schlägt, steht ferner ein betont diphtongiertes ein, komm herein, was wiederum mit monophtongen im Niederdeutschen kolidiert, bspw. eens "1". Die unbetonte Form in /ʔɪn/ hält dem eingangs angeführten Vergleich mit /-ai̯.ɐ/ offenbar nicht recht stand.

Denkbar wäre jedenfalls, dass die Lösung des Problems in der Entstehung der bestimmten Artikel im West-Germanischen und dem Unterschied zum unbestimmten liegt. Wie oben gezeigt, können diese sogar innerhalb eines verklausulierten Satzes wechseln (bestimmt "zum Hass" neben unbestimmt "zu Gewalt- und Willkürmaßnahmen”).

Weitere Überlegung spar ich mir erstmal und verweise die Frage zurück an' Fragesteller mit dem Hinweis, dass nicht genügend Vorarbeit geleistet wurde.

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  • Was genau ist bei "zur [...] nicht korrekt"? Daß ich es ausdrücklich als im Gegensatz zu "bei" und "in" befindlich erwähnt habe?
    – bakunin
    Commented Feb 7 at 10:23

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