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Woher genau kommt denn eigentlich der Ausdruck "Ich mache in [Immobilien]"? Das klingt für mich lediglich unhygienisch. Wo/wann wird dieser Ausdruck einem "Ich bin [Makler]" oder "Ich arbeite als [Makler]" bevorzugt?

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    Wer im Aufsichtsrat von Procter & Gamble ist, kann also sagen: "Ich mache in Windeln." – splattne Jun 1 '11 at 9:27
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Mal wieder aus dem Grimm:

9) machen in kaufmännischer rede, ein geschäft machen, handel treiben: er macht in strumpfwaaren; in wein machen; auf diesem platze wird in spirituosen, auf jenem in getreide gemacht; übertragen hört man auch: er macht jetzt in frömmigkeit; er macht stark in patriotismus. wir haben schlecht gemacht, sagt der walfischfänger vom schlechten fange. Brem. sonntagsbl. 1854 23.

Es kommt also aus der kaufmännischen Rede und ist auch keine Erfindung des letzten Jahrhunderts. Heutzutage hat es aber tatsächlich eher umgangssprachliche Konnotation; mir ist nicht bekannt, ob die Formulierung in der kaufmännischen Sprache heute immer noch Usus ist.

  • Aha, wenn das stimmt, nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil. :P – splattne Jun 1 '11 at 9:22
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    @splattne: Das stimmt schon. Leider können die Brüder keine Herleitung für die Form anbieten, obwohl der Eintrag über machen insgesamt an die 50 Bildschirmseiten lang ist :) Obwohl. Vielleicht müsste man ihn nur mal komplett durchlesen ;) @ApoY2k: Tut mir leid ;) – OregonGhost Jun 1 '11 at 9:41
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Wie aus OregonGhosts Antwort klar wird, stammt der Ausdruck aus der kaufmännischen Rede und ist eine mehrere Jahrhunderte alte Formulierung.

Ich vermutete ursprünglich, dass er ein Anglizismus ist, der aus der englischen Wendung to make money in [the stock market] abgeleitet und verkürzt wurde.

Was meine subjektive Bewertung des Ausdrucks angeht, schließe ich mich der Antwort von Florian Peschka an. Auch ich empfinde die Verwendung in heutiger Zeit arrogant und wichtigtuerisch.

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    Wäre interessant zu wissen, ob auch englische Wichtigtuer "I make in stocks" sagen... – Florian Peschka Jun 1 '11 at 6:47
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    Für mich klingt es mehr umgangssprachlich als arrogant oder wichtigtuerisch. – Martin Jun 1 '11 at 7:24
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    Dazu empfehle ich übrigens das Tutorial von Belles Lettres zu "make sense". Erklärt sehr schön, wieso das englische "make" und das deutsche "machen" false friends sind und warum dementsprechende Anglizismen immer gar so schräg klingen. ^^ belleslettres.eu/artikel/sinn-machen-make-sense-anglizismus.php – ladybug Jun 1 '11 at 7:30
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    @ladybug: "Sinn machen" macht mich auch immer wahnsinnig, leider verwenden das ausnahmslos alle meine Kollegen ;) – OregonGhost Jun 1 '11 at 8:35
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    Gerade mal nachgeforscht - die erste Verwendung ist für 1979 belegt. Den Rest hat dann wohl das Fernsehen erledigt. ^^ - web.archive.org/web/20080324083039/http://… – ladybug Jun 1 '11 at 9:10
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Ich kann keine etymologische Herkunft aufzeigen, aber dieser Satz riecht für mich förmlich nach einer Neuerschaffung von genau den Leuten, die ihn auch benutzen: Vertreter, Aktienhaie und Börsenmakler.

Es ist definitiv kein Standarddeutsch und wird meines Wissens auch nur in eher elaborierten Kreisen verwendet. Ich würde es in keinem Fall in schriftlichen Dokumenten verwenden, und am besten auch nicht bei offiziellen Gesprächen. (Es sei denn vielleicht, die Klientel steht auf dieses "Neudeutsch").

Insofern betrachte ich (und das ist wahrscheinlich sehr persönlich) jemanden, der solche Sätze verwendet sofort mit zwei sehr kritischen Augen, da eine solche Formulierung oftmals mit einer verschleierischen Natur einhergeht.

Woher der Ausdruck stammt, kann ich nur vermuten; aber es soll vermutlich eine Verstärkung von investieren sein. Ich mache in Immobilien heißt ja nicht unbedingt, dass die betreffende Person Immobilienmakler ist, sondern nur, dass sie mit Immobilien handelt, investiert und deren An- und Verkauf sowie die Wertsteigerung überwacht.

Ein einfaches investieren war den Herren Kapitalbesitz wohl zu simpel, da es nur die Absicht ausdrückt, Geld hineinzustecken und es gewinnbringend wieder herauszuziehen. Machen drückt wohl noch etwas mehr Engagement aus, z. B. Lobbyarbeit oder tatsächliches Kümmern um die Güter im Sinne der Wertsteigerung.

  • Das ist eine Meinungsäußerung, keine Antwort auf die gestellte Frage. Gefragt wurde »Woher genau kommt denn eigentlich der Ausdruck?«, du schreibst aber gleich zweimal, dass du es nicht weißt, verbreitest aber eine abwertend gemeinte und noch dazu völlig falsche Behauptung (» Neuerschaffung«). Tatsächlich wird diese Phrase bereits 1854 beschrieben: »Machen« in Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (ganz unten, Punkt 9) – Hubert Schölnast Aug 24 '17 at 7:15

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