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Das Verb untervermieten wird teils trennbar teils nicht trennbar gebraucht.

Ich vermiete, während ich weg bin, mein Zimmer unter.

Ich untervermiete, während ich weg bin, mein Zimmer.

Beides klingt für mich irgendwie falsch.

  • Was ist die richtige Version?
  • Welche Version war zuerst da: trennbar oder nicht trennbar?
  • Gibt es regionale Präferenzen (Nord vs. Süd oder so)?
  • Gibt es weitere Verben, bei denen es unklar ist?
  • 1
    Ein weiterer Fall ist überführen im Sinn von eine Leiche transportieren. Für mich (DE-südwest) ist das nicht trennbar, untervermieten ist trennbar. – chirlu Oct 30 '13 at 11:37
  • @chirlu "Führen sie die Gleichung über in die Normalform." – Em1 Oct 30 '13 at 11:44
  • 2
    @Em1: Für mich auch nicht trennbar. Überführen Sie den Ausdruck in konjunktive Normalform. – chirlu Oct 30 '13 at 11:53
  • @chirlu: schönes Beispiel. Hier klingt für mich beides richtig :) – Emanuel Oct 30 '13 at 11:54
  • 1
    @Emanuel Das hier beschriebene Problem könnte durchaus für viele Language-Learner relevant sein. Es gibt eine Reihe an Präfixen die trennbar sind oder nicht. Im Moment ist deine Frage auf untervermieten spezialisiert. Meinst du, es wäre angebracht und möglich, die Frage so zu erweitern, dass untervermieten "nur noch" das Beispiel ist und der Titel irgendwas in der Form ist "Wie kann ich herausfinden, ob ein Präfix trennbar ist oder nicht". Möglicherweise wird dann der 4te Punkt deiner Frage überflüssig. – Em1 Oct 30 '13 at 12:14
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Das Präfix unter- gehört zu den Präfixen, die sowohl trennbar als auch nicht trennbar sein können. Dabei kommt es nicht nur auf den Stamm an, mit dem es kombiniert wird, sondern vor allen Dingen auf den Kontext.

Beispielsweise umfahren ist mal trennbar (Fahr das Schild nicht um!) und mal nicht (Umfahre das Schild nicht!).1

Bezogen auf das Präfix unter- ist es so, dass wenn es eine konkrete Bedeutung hat (und betont ist), ist es trennbar. Ist die Bedeutung eher abstrakt (und unbetont), so ist es nicht zu trennen.

unterstellen mit konkreter Bedeutung:
Als es anfing zu regnen, stellten wir uns bei einem Supermarkt unter.

unterstellen mit abstrakter Bedeutung:
Ich unterstelle dir nicht, dass du es warst.

Den Betonungsunterschied hört man auch, wenn man diese beiden Sätzen mal laut ausspricht:

Sollen wir uns 'unterstellen?
Sollen wir ihm unter'stellen, dass...

Zurück zu deinem Beispiel:
Erstmal gefiel mir auf Anhieb Variante 1 schon besser. Aber vor allen Dingen hat es eine konkrete Bedeutung. Außerdem ist es betont (Sollen wir das Haus 'untervermieten?).

Daher plädiere ich für: trennbar

Ich vermiete, während ich weg bin, mein Zimmer unter.


Siehe dazu auch diese Diplomarbeit.


1 Hinweis für Language Learner: Die beiden Sätzen ("Fahr das Schild nicht um!" und "Umfahre das Schild nicht.") haben nahezu gegensätzliche Bedeutungen:
Erster bedeutet, man soll nicht gegen das Schild fahren, sondern drumherum, zweiterer hingegen besagt, dass man nicht drumherum fahren soll, sondern dagegen.

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    Umgangssprachlich behilft man sich oft mit "tun" + Infinitiv: "Ich tue mein Zimmer untervermieten." Das ist nicht elegant, vielleicht sogar falsch, wird aber oft verwendet. – dervonnebenaan Oct 31 '13 at 15:46
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    @dervonnebenaan, das kommt, glaube ich, nicht im gesamten deutschen Sprachraum vor. – Carsten S Dec 20 '16 at 19:36
  • @dervonnebenaan: Dann versuche "Ich scheue mich nicht, mein Zimmer unterzuvermieten". – user unknown Dec 21 '16 at 5:10
  • @dervonnebenaan: Klingt für norddeutsche Ohren eher badisch bzw. schwäbisch. Ich würde es aus dem Bauch heraus so formulieren: Ich vermiete mein Zimmer an einen Untermieter. – elsni Dec 21 '16 at 11:46

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