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Ich habe so allerhand Erklärungen gehört. Zusammenhang mit Sünde, was allerdings nicht überzeugt. Sogar Zusammenhang mit Sund (Name einer Meerenge) habe ich gehört. Aber es müßte eigentlich möglich sein, hier etwas Brauchbares zu finden. DWDS versucht es, die Deutungen dort laufen letztlich auf eine Wortfamilie wie in lat. semper (immer) hinaus. Aber die Sintflut der Bibel dauert nicht immer an. Wenn ich mich recht erinnere, stieg das Wasser 40 Tage lang an, bis die Bergspitzen mit Wasser bedeckt waren und es soll etwa ein Jahr gedauert haben, bis das Land wieder trocken war. Aber ein solcher Zeitraum ist nicht immer. http://www.dwds.de/?qu=sintflut

https://de.wikipedia.org/wiki/Sintflut

Meine persönliche Meinung ist, dass Sint- in Sintflut mit lateinisch centum hundert zusammen hängt und einfach Jahrhundertflut bedeutet, also die gŕößte Flut eines Jahrhunderts. Natürlich kann ein solches Wort seine Bedeutung erweitern zu größte Flut überhaupt, so wie das Wort in der Bibel gebraucht wird.

Ein Lautwandel von c zu s ist nicht das Normale. Der reguläre Lautwandel von lateinisch c ist zu k/h im Deutschen, wie bei L caput - D Kopf / Haupt. Ich nehme bei cent-um zu Sint- einen Sonderfall an, dessen Gründe man erst ermitteln müßte. Es gibt aber solche Sonderfälle wie bei die Sichel, Zusammenhang mit lat.falcicula, Diminutivform von L falx/falcis. (fal)cicula und die Sichel stehen in Zusammenhang.

  • Wann wurde das Wort denn erstmalig verwendet? In Luthers Bibelübersetzung? Sprach man denn damals von Jahrhundert~...? Kommt mir doch reichlich modern vor. Was ist mit dem ewigen Eis - das gibt es auch noch nicht ewig und wird es nicht ewig geben? – user unknown Jul 5 '15 at 8:48
  • Kannst du in DWDS nachlesen. sintfluot, ahd, 9. Jhd. Wenn dir "Immerflut" besser gefällt als Erklärung steht es dir frei, Sintflut so zu erklären. – rogermue Jul 5 '15 at 9:03
  • Lateinisch cent-um hundert ist nicht "reichlich modern", sondern etwa 2000 Jahre alt. – rogermue Jul 5 '15 at 9:16
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    Solche „persönlichen Meinungen“ hast Du öfter, oder? – Carsten S Jul 5 '15 at 11:11
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    Wenn eine Erklärung unbefriedigend ist, suche ich nach weiteren Möglickeiten. Und manchmal finde ich Erklärungen, die ich persönlich für plausibler halte. Jahrhundertflut macht Sinn, Immerflut macht keinen Sinn. Etymologische Lexika sind keine Bibeln mit unveränderlichen Wahrheitem, sondern sind ständig auf ihre Plausibilität zu prüfen. Dazu haben wir zu viel Ungeklärtes oder nur Wahrscheinlich-Vermutungen in den Lexika. Aber , wie bereits gesagt, wenn dir Immerflut als Deutung besser gefällt, ich habe nicht dagegen. – rogermue Jul 5 '15 at 11:26
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Alle gedruckten Nachschlagewerke, die ich befragt habe (u. a. Mackensen, Etymologie), waren sich einig:

mhd./ahd. sin(t)vluot aus sin = dauernd, gewaltig und Flut; die Form Sündflut beruht auf volksetymol. Umdeutung des unverständlich gewordenen ersten Wortteils.

Dauernd oder gewaltig passt ja sehr viel besser als ewig, den Hang zu Übertreibungen gab es wohl schon zu allen Zeiten.

  • @rogermue: sin- als Teil von Komposita ist sehr wohl in verschiedenen germanischen Sprachen belegt; sie werden bei Pfeifer (im DWDS) auch aufgeführt. Darunter sind auch Beispiele wie sinhere, in denen nicht die Bedeutung "ewig" auftaucht, die dich so stört. Ebenso sagt Pfeifer durchaus, woher seiner Ansicht nach das t kommt (Gleitlaut zwischen n und f). – chirlu Jul 5 '15 at 14:20
  • Kobler, Ahd, sagt bei simbalig adj ewig, unaufhörlich unablässig, beständig. Er sagt nichts von groß oder gewaltig. Auch bei den anderen ähnlichen Varianten mit simb- kommt groß oder gewaltig nicht vor. – rogermue Jul 5 '15 at 17:00
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    Wenn es vierzig Tage regnet bedarf es keiner großen Übertreibung, um zu sagen, dass es unablässig regnet. – Carsten S Jul 5 '15 at 17:54
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Hauptsächlich der von Dir genannten Quelle entnommen:

Das althochdeutsche Wort ist „sinfluot“, das t erscheint später, wohl aus Aussprachegründen. Die Vorsilbe „sin-“ ist verstärkend. Die von Dir erwähnte Verwandtschaft mit „semper“ ist wohl vorhanden, aber die Bedeutung des lateinischen Wortes ist unerheblich, wesentlich ist die Bedeutung im Germanischen. Für die Vorsilbe „sin-“ gibt es auch andere Beispiele, sie ist also nicht reine Spekulation, vergleiche auch mit dem Altenglischen.

Wie Du selber andeutest, bräuchte man Klimmzüge, um von „cent“ auf „sint-“ und erst recht auf „sin-“ zu kommen. Es gibt keinen Anlass für diese. Ein weiteres Beispiel für die Lautverschiebung, der wir im Deutschen ein h zu verdanken haben, wo im Lateinischen ein k-Laut ist, ist übrigens centum/hundert.

  • Der ahd Stamm sim/simb- heißt wie lat. semper im Grunde "immer". Köbler, Ahd, führt führt 7 Varianten mit dem Stamm simb- und der Bedeutung immer auf. - Von centum zu Sint sind keine Klimmzüge nötig. Wir sprechen heute cent wie tsent aus und die Ähnlichkeit von tsent und sint dürfte nicht schwerfallen. Wir wissen nichts über den Weg von Sintflut, das kann über Italienisch, Spanisch, Französisch gekommen sein, der normale hist. Lautwandel von Latein zu Ahd muß nicht unbedingt vorliegen. – rogermue Jul 5 '15 at 16:02
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    Ich hatte gehofft, klar gemacht zu haben, dass es ein Fehler ist, das t in die Etymologie einfließen zu lassen. – Carsten S Jul 5 '15 at 20:16

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