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der Student, des Studenten

Woher kommt die Endung -en bei Wörtern für Personssubstantive lateinischen und griechischen Ursprungs (oder ist das nicht die Regel)? Es geht mir also nicht um die Endung -en der schwache Wörter eines Germanischen Ursprungs.

Ich kenne keine solche Endung im (alt-)Niederländischen, und auch nicht in anderen Sprachen. Ist sie altgermanischen Ursprungs? Oder ist sie vielleicht von adjektivischer Natur?

  • Meinst du 'des Studenten' (Genitiv) oder 'die Studenten' (Plural)? – Iris Dec 20 '16 at 7:15
  • @Iris im Deutschen: Casus obliquus = Genitiv, Dativ & Akkusativ. (de.m.wikipedia.org/wiki/Obliquus_(Kasus)) – Stephie Dec 20 '16 at 7:17
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    Das Deklinationsschema ist nicht auf Personssubstantive lateinischen und griechischen Ursprungs beschränkt. "Student" und "Bär" haben die gleichen Kasusendungen. – Uwe Dec 20 '16 at 9:15
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Einige Fremdwörter haben sich den heimischen schwachen Substantiven angeschlossen. Warum?

  • Die schwachen Substantive sind maskulin und bezeichnen im typischen Fall Personen (oder zumindest Lebewesen). Sie sind seit jeher Teil der deutschen Sprache: ahd. boto Bote, Franko Franke, haso Hase, hêrro Herr.

    Man beachte allerdings, daß es im Althochdeutschen noch schwache neutrale und feminine Substantive gab und diese nicht ausschließlich oder in erster Linie Personen bezeichneten: Old High German declension.

  • Substantivierte Adjektive können zu schwachen Substantiven werden, wie etwa bei Junge, Kunde. Substantivisch heißt es ein Junge (schwach); adjektivisch ein junger [Mann] (stark).

  • Man beachte die (durch Nebensilbenabschwächung entstandene) Endung -e. Sie stellt einen Anknüpfungspunkt für maskuline, Personen bezeichnende Substantive dar, die aus der lateinischen 1. Deklination stammen: collega "Kollege", poeta "Poet". Man stellt die Fremdwörter, die lautlich und von der Bedeutung her zu den heimischen schwachen Substantiven passen, diesen gleich: Kollege wie Bote, Poet wie Herr mit Apokope.

  • Wörter wie Student, Protestant gehen auf lateinische Präsenspartizipien zurück: studens, Pl. studentes; protestans, Pl. protestantes. Als Partizipien flektieren sie wie Adjektive. Hier sehe ich substantivierte Adjektive wie Junge, Kunde als Anküpfungspunkt: aus Adjektiven mit starken und schwachen Formen werden schwache Substantive.

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  • Thank you, you have cut a likely path. – Cerberus Mar 23 at 13:13
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Für die obliquus-Bildungen im Deutschen gilt die Unterscheidung in starke und schwache/gemischte Deklination. Der Genitiv "des Studenten" ist ein klassisches Beispiel für die schwache Deklination.

Die Wortklassen, die schwach dekliniert werden, haben germanische Stämme, die auf -n endeten (Beispiel "Bär": berōn, bera-, beran)

Mit der Zeit wurden die ursprünglich weiter differenzierten Endungen (z.B. gotisch -in, -an, -on) zu einer reduziert.

Quellen und weiterführende Information:

Wikipedia-Artikel Deklination

Gotische Grammatik

In jüngerer Zeit ist ein Trend zur Vereinfachung eingetreten, so geht mittlerweile der Filmtitel "Rückkehr zum Planeten der Affen" als grammatikalisch korrekt durch.

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  • I'm sorry, I forgot to reply. Thanks for the information! As to those words with Germanic roots, like Bär, I know they have the same endings now, but are those endings etymologically related to the ones of the Latinate words? For Latin did not have those endings, nor are they normal German endings. How come Student and Bär get to have the same, abnormal, endings? – Cerberus Jan 18 '17 at 1:59
  • The Germanic n-stems originate from the Indo-European n-stems which are also the origin of the Latin consonantic n-stems.But the weak declination became very widespread in German, replacing the original declination e.g. of adjectives when no article is present. – RHa Mar 23 at 10:03

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